Maßnahmen und Vorbeugung

Kalkung

Waldkalkung bei Siegen im Oktober 2013Wegen der massiven menschlich verursachten Säureeinträge in Wälder insbesondere durch Luftverschmutzungen, kam und kommt es z.T. heute noch zu einer unnatürlich starken Absenkung des pH-Wertes in Waldböden, die nicht natürlicherweise bereits sauer sind (z.B. Moorböden) oder die nicht (mehr) über einen hohen natürlichen Basenanteil und damit ein hohes Säurepuffervermögen (z.B. Kalkböden) verfügen. Die Sanierung dieser Böden ist auf natürliche Art und Weise nicht mehr möglich, so dass sie nur durch menschliche Eingriffe erfolgen kann. Sanierung meint in diesem Fall mindestens den Stopp der pH-Wert-Senkung oder, wenn möglich, einer Wiederanhebung möglichst auf das natürliche Niveau, sowohl im Ober- als auch im Unterboden. Dass dieses mögliche ist, haben entsprechende Studien gezeigt [2].

Die Durchführung einer Kalkung sollte nur in Begleitung oder unter Leitung von Experten erfolgen, da diese sowohl die fachlichen als auch organisatorischen Maßnahmen kennen. Insbesondere im Kleinprivatwald ist die Vorbereitung und Koordination sehr aufwendig. Große forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse und/oder forstliche Beratungsorganisationen verfügen in der Regel über das nötige Knowhow zur Durchführung. Sie kennen sich auch mit den jeweiligen Fördermöglichkeiten aus.

Bevor eine Kalkung durchgeführt wird, ist der Bodenzustand zu analysieren. Anhand der Analyse wird das auszubringende Material gewählt. Meist ist stickstoffhaltiger Dünger nicht zielführend, da über Lufteinträge bereits genügend Stickstoff vorhanden ist. Stattdessen sind oft Kalke sinnvoll, die reich an Magnesium und Karbonaten sind.

Von der Kalkung auszunehmen bzw. genau zu prüfen sind:

  • Moore und natürlicherweise arme Standorte, Felsfluren und Sonderbiotope
  • Naturschutzgebiete
  • Wasserschutzgebiete der Zone 1 (Zonen 2 und 3 nicht)
  • Naturwälder
  • Versuchs- und Beobachtungsflächen
  • Durchlässige, trockene und seichtgründige Standorte
  • Kalkstandorte, außer oberflächlich entkalkte Braunlehme, Steilhänge, extreme Sonnhänge und Kuppen
  • Zu kalte Standorte
  • Primär nasse Böden [1]

Das Ausbringen des Kalkes erfolgt im Wesentlichen per Hubschrauber oder über Verblasegeräte mit schweren Traktoren (entsprechende Erschließung des Waldes nötig). Welches Arbeitsverfahren das richtige ist, muss vor Ort geklärt werden.

[1] Fachbeirat für Bodenfruchtbarkeit und Bodenschutz 2001: Wald(boden)sanierung, Hrsg.: Arbeitsgemeinschaft für Waldveredelung und Flurholzanbau im Auftrag des Fachbeirats für Bodenfruchtbarkeit und Bodenschutz beim Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Wien 26 S.

[2] Meesenburg, H. et al. 2017: Entwicklung der Versauerung von Waldböden in Deutschland, AFZ-Der Wald 2/2017 S. 18-19.

Begründung, Technik und Wirkung der Bodenschutzkalkung, Online auf waldwissen.net, Zugriff am 24.03.2021

Häufig gestellte Fragen zur Waldkalkung, Online auf waldkalkung.com, Zugriff am 24.03.2021

IG Waldbodenschutz Zusammenschluss von Waldbesitzern, Forschung, Forstdienstleisterin